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Für Herrinnen

Online-Domina werden: was in den ersten Wochen wirklich passiert

Veröffentlicht am · Lesezeit 7 Minuten · OnlySlave Redaktion

Ein Dienstagabend, halb neun, vier Anfragen im Postfach einer Herrin. Eine ist ernst gemeint. Eine ist ein Roman über eine schwierige Kindheit. Eine fragt nach etwas, das ganz oben in ihrem Profil ausgeschlossen ist. Und eine besteht aus dem Wort „hi".

So sieht der Job an den meisten Abenden aus. Nicht wie das, was man sich vorstellt, wenn man „Online-Domina" hört.

Wir schreiben das nicht, um jemanden abzuschrecken. Wir schreiben es, weil die zwei Erzählungen, die im Netz kursieren, beide nicht stimmen: schnelles Geld für nichts auf der einen Seite, eine Berufung, für die man geboren sein muss, auf der anderen. In Wahrheit ist es eine selbstständige Dienstleistung. Mit allem, was dazugehört. Wie der Einstieg praktisch abläuft, von der Registrierung bis zur ersten Auszahlung, steht auf Herrin/Meister werden.

Zu drei Vierteln ist es etwas anderes

Die Session ist der kleinste Teil. Der größte ist Schreiben: Anfragen sichten, Erwartungen geradeziehen, absagen. Höflich absagen, immer wieder, auch wenn man den zwölften Roman des Abends vor sich hat.

Dazu kommt der Teil, den keiner mag: Profil pflegen, Texte schreiben, Beiträge machen, Preise überdenken. Und ein bisschen Verwaltung, Belege und Zahlen, wenig, aber nie null.

Wer nur die Session mag, hält das nicht durch. Das ist keine Drohung, das gilt für jeden selbstständigen Beruf, den es gibt.

Wer den Rest hinnimmt, bekommt dafür etwas ziemlich Seltenes: freie Zeiteinteilung, Ortsunabhängigkeit, und die Entscheidung darüber, mit wem man arbeitet. Das dritte wiegt in der Praxis am schwersten.

Ein gutes Profil beschreibt nicht, wer du bist. Es beantwortet eine Frage: Was bekomme ich bei dir, und was ganz sicher nicht.

Dein Name und du

Der Teil, den fast alle zu spät ernst nehmen. Trennen kann man nur, was von Anfang an getrennt war, deshalb gleich am ersten Tag:

Kleiner Trost dazu: Auf einer Plattform, die Ausweise prüft, kennt der Betreiber deinen echten Namen. Sonst niemand. Öffentlich bist du nur die Person, die du dir ausgesucht hast.

Was du wirklich brauchst

Deutlich weniger, als die Ausrüstungsdiskussionen im Netz nahelegen. Ein Studio jedenfalls nicht.

Ein gutes Mikrofon ist die einzige Anschaffung, die sich sofort bezahlt macht. Ton schlägt Bild, immer. Man verzeiht ein mittelmäßiges Bild sofort und schlechten Ton nie.

Dann Licht: eines frontal, eines von der Seite, nichts im Rücken. Zwei billige Lampen tun es.

Und eine stabile Verbindung, geprüft zu der Tageszeit, zu der du tatsächlich arbeitest. Ein Netz, das um zwei Uhr nachmittags großartig ist, kann um neun Uhr abends eine Zumutung sein. Abbrüche kosten dich Ruf, und Ruf ist das Teuerste, was du hast.

Ach, und ein Raum, den du zumachen kannst. Nicht wegen der Optik. Wegen der Ruhe.

Über Preise

Die häufigste Frage, und die mit der unbeliebtesten Antwort: Schau nicht auf andere Profile. Du siehst dort eine Zahl, aber nicht, ob sie funktioniert.

Rechne stattdessen rückwärts. Was willst du in einem Monat verdienen, wie viele Sessions willst du dafür halten, was ergibt das pro Session? Diese Zahl ist ehrlicher als alles, was in Foren steht, und sie ist meistens höher, als man sich traut. Was ein Mitglied am Ende zahlt und was bei dir ankommt, rechnet dir die App bei jeder Preisangabe vor; die Regeln dahinter stehen im FAQ.

Zwei Dinge, die die meisten auf die harte Tour lernen. Erstens: zu billig ist teuer. Ein niedriger Preis zieht ausgerechnet die Anfragen an, die am meisten Zeit fressen und am wenigsten Respekt mitbringen. Der Preis filtert, und er filtert erstaunlich zuverlässig.

Zweitens: nicht verhandeln. Wer einmal nachlässt, verhandelt ab dann immer. Ein freundliches „nein, das ist der Preis" spart mehr Nerven als jede vorformulierte Absage. Und wenn dann jemand geht, ist das genau richtig so.

Der Kalender rettet dich

Der größte Anfängerfehler ist, ständig erreichbar zu sein. Das fühlt sich nach Fleiß an. Am Ende des Tages hast du zwölf Stunden am Handy geklebt und nichts abgerechnet.

Feste Zeiten eintragen, in denen du Sessions anbietest. Alles andere sperren. Und dann, das ist der schwierige Teil, sich auch daran halten.

Und beantworte Anfragen innerhalb eines Tages, auch wenn die Antwort nein lautet. Ein Nein ist keine Unhöflichkeit. Etwas liegen zu lassen, bis es sich von selbst erledigt, schon.

Deine Grenzen gehören ins Profil

„Ich probier erst mal alles aus" klingt offen und ist in der Praxis ein Problem. Wer nicht schreibt, was er nicht macht, bekommt genau die Anfragen, die er nicht will, und darf sie dann einzeln höflich ablehnen. Jeden Abend aufs Neue.

Eine klare Liste im Profil ist die eine Änderung, die erfahrenen Herrinnen am meisten Zeit spart. Sie schreckt niemanden ab, den du haben willst. Sie schreckt genau die ab, die du nicht haben willst, und das ist der Sinn der Sache. Was unabhängig von deinem Profil für alle gilt, steht in den Richtlinien.

Wie man so eine Liste aufbaut, ohne dass sie zu einem 200-Zeilen-Ungetüm wird, steht in unserem Text zu Konsens, Safewords und Limits. Der lohnt sich auch für die Seite, die führt. Vor allem für die.

Die Rolle muss ausgehen können

Das ist der Punkt, an dem die meisten aufhören, und selten wegen des Geldes.

Die Rolle ist eine Rolle. Wenn das Telefon immer in Reichweite liegt und jede Nachricht sofort beantwortet wird, verschwimmt irgendwann die Grenze, und dann bist du auch beim Einkaufen noch im Dienst. Das hält kein Mensch lange durch.

Feste Zeiten, in denen die Plattform zu ist. Kein Luxus. Betriebsmittel, so wie das Mikrofon.

Und die ersten Wochen?

Ehrlich: zäh. Profil bauen, Preise ändern, wieder ändern, erste Beiträge, viele Anfragen, aus denen nichts wird. Das ist normal und kein Zeichen dafür, dass es bei dir nicht funktioniert.

Was am meisten hilft, ist Regelmäßigkeit. Zwei feste Abende pro Woche, an denen du sicher da bist, bringen dir mehr als sieben spontane, an denen du zufällig online warst. Menschen kommen wieder, wenn sie wissen, wann sie dich finden.

Und der Satz, der am Anfang viel zu selten fällt: Du darfst jederzeit aufhören. Jede Anfrage ablehnen. Jede Person blockieren, und zwar so, dass sie dich danach nirgends mehr erreicht und nicht einmal merkt, dass sie blockiert wurde.

Das ist nicht das Kleingedruckte in diesem Beruf. Das ist der Beruf. Und was du im Gegenzug zusagst, wenn du hier anfängst, steht in der Creator-Vereinbarung.

Als Herrin oder Meister starten

Eigene Preise, eigener Kalender, eigene Regeln. Wie der Einstieg praktisch abläuft, von der Registrierung bis zur ersten Auszahlung, steht auf einer eigenen Seite.

So funktioniert der Einstieg Nur für Erwachsene ab 18 Jahren. Die Registrierung ist offen.

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